Pädiatrie

In der Pädiatrie (Kinderheilkunde) werden ergotherapeutische Behandlungen bei Kindern ab dem Säuglingsalter und bei Jugendlichen eingesetzt. Ist die Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht, können die Kinder und Jugendlichen meist nicht mehr ohne Beeinträchtigung am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. In der Familie, im Kindergarten, bei Freunden oder in der Schule, führen diese Einschränkungen oft zu Problemen, die über die "funktionelle Störung" weit hinaus gehen. Das hat dann auch häufig großen Einfluss auf die Lebensqualität aller Beteiligten.

 

In welchem "inneren Zustand" muss sich ein junger Mensch befinden, damit er selbständig und handlungsfähig ist und seine täglichen Herausforderungen meistern kann? Wenn es hier große Defizite gibt, erscheint in unserer westlichen Welt ein Leben in Freude, Glück und Zufriedenheit nur schwer möglich.

 

Wenn die Wahrnehmung, die Motorik, die kognitiven und emotionalen Funktionen nicht altersentsprechend ausgeprägt sind, hat es ein Mensch gerade in den ersten Lebensjahren deutlich schwerer.

 

Genau in diesen Bereichen setzt die ergotherapeutische Behandlung an.

 

Störungsbilder und Entwicklungsdefizite

 

Nicht immer werden Störungen und Entwicklungsdefizite sofort erkannt. Oft führen erst die Folgen der Störungen zu einer therapeutischen Behandlung. Wenn z. B. ein Kind Störungen in der Feinmotorik hat, wird es erst in der Schule zum behandlungsbedürftigen Problem, wenn das Kind nicht richtig Schreiben lernt. Oder wenn auditive Wahrnehmungsstörungen zu Konzentrationsproblemen in einer lauten Klasse führen. Oder wenn ein Kind mit taktiler Überempfindlichkeit im Kindergarten aggressiv wird, weil es von anderen Kindern nicht angefasst werden möchte.

 

Unsere Erfahrungen mit den Problemen von Kindern und Jugendlichen, die erst durch "indirekte" Symptome erkannt wurden, könnten eine sehr lange Liste füllen. Deshalb ist eine möglichst frühzeitige Erkennung der Ursachen von Problemen so enorm wichtig.

 

So können z. B. Hirnschädigungen, die durch einen Sauerstoffmangel während der Geburt verursacht wurden, zu Störungen des Bewegungsablaufs oder zu Entwicklungsstörungen bei den motorischen Funktionen (Grob- und Feinmotorik) führen. Das wiederum beeinträchtigt die Koordination. Die Folge ist ungeschicktes oder tolpatschiges Verhalten, das bei dem betroffenen Kind dann zu sozialen oder psychischen Schwierigkeiten führen kann, wenn es von anderen Kindern deshalb ausgelacht wird.

 

Wir beobachten sehr oft solche "Symptomketten". Es erfordert viel Fachkenntnis und Erfahrung, bei der Diagnostik die "wahren" Ursachen eines Problems zu erkennen und mit den geeigneten Mitteln zu therapieren.

  

Eine Aufstellung von Symptomen, bei denen eine ergotherapeutische Behandlung sinnvoll ist, finden Sie hier.

 

 

Im Bereich der Pädiatrie müssen die Angehörigen und Bezugspersonen sehr eng bei allen Fragen der Behandlung einbezogen werden. Dabei sollte immer die bestmögliche Förderung des Kindes im Vordergrund stehen. Ziel ist auch hier die altersgemäße Entwicklung von selbständiger Handlungsfähigkeit.